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Amazon Retouren: Was kostet dich jede Rücksendung wirklich?

📅 10. März 2026 4 min Lesezeit
Amazon Retouren: Was kostet dich jede Rücksendung wirklich?

Amazon Retouren: Was kostet dich jede Rücksendung wirklich?

Amazon hat Kunden den Rückversand so einfach wie möglich gemacht – ein Service, den Käufer lieben. Für dich als Seller bedeutet das allerdings nicht einfach nur ein storniertes Geschäft. Jede Retoure verursacht einen finanziellen Schaden, der oft deine Kalkulation heimlich auffrisst.

In diesem Artikel entmystifizieren wir die Kosten einer Retoure und zeigen dir, wieso sie der "stille Margenkiller" sind.

Der Mythos: "Der Verkauf ist storniert, also Null auf Null"

Viele Anfänger glauben, wenn ein Kunde einen Artikel für 30 € retourniert und das Geld zurückerhält, hat man einfach diesen Verkauf nicht gemacht. Falsch! Eine Retoure verringert nicht nur deinen Umsatz, sie kostet dich bares Geld.

Schauen wir uns die versteckten Kostenblöcke an.

Die 4 Kostenfaktoren einer Retoure

Nehmen wir an, du verkaufst ein Produkt für 30 €, mit 5 € COGS (Einkauf), 4,50 € Verkaufsgebühr (15%) und 3,50 € FBA-Versandgebühr. Dein Netto-Profit betrug ursprünglich solide 17 € (abzgl. Steuer).

Jetzt wird das Produkt retourniert.

1. FBA-Versandkosten sind weg

Amazon erstattet dir nicht die FBA-Fulfillment-Gebühr. Sie haben den Artikel gepackt und versendet, die Leistung wurde erbracht. Verlust: -3,50 €

2. Einbehaltene Verkaufsgebühr (Refund Commission)

Amazon erstattet nicht die komplette Referral Fee zurück. Sie behalten 20 % der ursprünglichen Verkaufsgebühr ein (jedoch maximal 5 €). In unserem Beispiel waren das 4,50 €. Davon behält Amazon 20 %. Verlust: -0,90 €

3. Rücksendegebühr (Je nach Kategorie)

Wenn du in der Kategorie "Bekleidung" oder "Schuhe & Handtaschen" verkaufst, wo Amazon dem Käufer kostenlose Rücksendungen anbietet, berechnet Dir Amazon zusätzlich eine Retourenbearbeitungsgebühr. Diese entspricht in der Regel der FBA-Fulfillment-Gebühr. In anderen Kategorien fällt diese Gebühr zum Glück nicht an.

4. Wertverlust / Remission

Nun liegt der Artikel zurück im Lager. Wenn er als "Unverkäuflich" (vom Kunden beschädigt / benutzt) deklariert wird, kannst du ihn nicht wieder verkaufen. Deine ursprünglichen COGS sind weg (- 5,00 €). Du musst obendrein eine Gebühr für die Vernichtung oder Remission zahlen (z.B. -0,50 €).

Selbst wenn der Artikel noch "Verkaufbar" ist, musst du oft prüfen, ob wirklich alles einwandfrei ist oder der Kunde ein Teil behalten hat.

Die Gesamtrechnung

Wenn der Artikel verkäuflich zurückkommt: Verlust in unserem Beispiel: FBA Versand (-3,50 €) + Einbehalt (-0,90 €) = -4,40 €.

Wenn der Artikel unverkäuflich ist: Verlust: FBA Versand (-3,50 €) + Einbehalt (-0,90 €) + Warenwert COGS (-5,00 €) + Remission (-0,50 €) = -9,90 €.

Du hast also nicht nur den erwarteten Gewinn von 17 € nicht realisiert, du machst aktiv einen schmerzhaften Verlust. Bei Produkten mit hoher Retourenquote (z.B. Schuhe) brauchst du oft 3-4 profitable Verkäufe, um den Schaden einer einzigen unprofitablen Retoure auszugleichen.

Wie schützt du dich davor?

  1. Behalte Retourenquoten im Blick: Vermeide Artikel mit hohen Rücksendequoten, selbst wenn die Marge hoch erscheint.
  2. Sauberes Tracking: Du musst genau wissen, welche finanzielle Auswirkung eine Retoure in deinem Monatsergebnis hat. Tools wie LoopBoard erfassen die Erstattungen automatisch aus den Amazon-Berichten und verrechnen die Einbehalte sowie verlorenen Versandkosten sauber als negativen Profit in deinen Dashboards.

Nutze die Daten, optimiere die Produktqualität oder sortiere fehleranfällige Artikel gnadenlos aus!

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